Deutsch Digitales Gemeingüter Gesellschaft International Natur Organisationen Publikationen Soziales Wissen und Kultur Zeitschriften: INKOTA
by Silke Helfrich
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INKOTA- Dossier: Gemeingüter in Nord und Süd
Hier gibt’s ein neues Gemeingüterdossier. Das entwicklungspolitische Netzwerk INKOTA hat sich dem Thema gewidmet und eine Artikelsammlung mit Beiträgen aus 4 Kontinenten zusammen gestellt. Gute Einführung aus Nord und Südperspektive! Nicht nur für die entwicklungspolitische community, sondern für alle.
Aus der Einleitung:
…Gemeingüter (engl. Commons) sind aber auch im Aufwind. Denn je mehr der neoliberale Kapitalismus seine Schwächen zeigt und Krisen erzeugt, die Millionen von Menschen in Not und Elend stürzen, umso dringender wird die Suche nach Alternativen. Wie so oft lohnt sich ein genauerer Blick in den Globalen Süden, wo Gemeingüter bis heute eine große Bedeutung haben, wo zugleich aber auch intensiv nach Alternativen zum traditionellen Modell nachholender Entwicklung gesucht wird
Der INKOTA-Brief 153 „Die Renaissance der Gemeingüter“ gibt einen Einblick in die gegenwärtige Diksussion zu den Commons. Er hat 48 Seiten und kostet 3,50 Euro plus Versandkosten. Den Schwerpunkt dieses INKOTA-Briefs 153 gibt es parallel als INKOTA-Dossier 8 (28 Seiten, 2,50 Euro plus Versandkosten).
Aus dem Inhalt:
- Editorial
- Silke Helfrich und Brigitte Kratzwald: Bedroht und doch im Aufwind. Die wachsende Bedeutung der Commons in Süd und Nord
- Michael Krämer: Allmende, Commons, Gemeingüter: ein Glossar
- Regeln des Zusammenlebens: Elinor Ostroms acht Prinzipien einer funktionierenden Allmende
- Michael Frein und Stefan Tuschen: Zwei Konzepte, ein Ziel? Überlegungen zu Entwicklungspolitik und Commons
- Massimo De Angelis: Das Indigene in uns. Eine Reise durch die Commons in den Anden
- Natalie Pang: Weiden, Herden und IT. Gemeingüter in Asien sind durch Zugriffe der Regierungen und lokalen Missbrauch bedroht
- Der Westen kann viel von Afrika lernen. Interview mit Tendayi Viki über den tradierten Umgang mit Gemeingütern in Simbabwe
- Corinna Heineke: Traditionell und doch innovativ. Commons-basierte Ansätze des Zugangs zu traditionellem Wissen
- Benny Härlin: Saatgut, ein Gemeinschaftsgut? Der Angriff der Saatgutmultis auf genetische Vielfalt und Jahrtausende altes Wissen
- Geraldine de Bastion und Andrea Goetzke: Software made in Africa. Möglichkeiten und Realitäten von Open-Source-Software
- Beatriz Busaniche: Die Freiheit, die wir meinen. In Lateinamerika vereint der Protest gegen Wissensmonopole Programmierer und Kleinbauern
- Martin Gück: Die Atmosphäre als Allmende denken. Der Budgetansatz zieht wichtige Impulse aus der Commons-Debatte
- Michael Brie: Freie Fahrt für alle. Globale Solidarität erfordert die Entwicklung öffentlicher und frei zugänglicher Güter
- Silvia Ribeiro: Mit Science Fiction gegen den Klimawandel. Geoengineering gefährdet das Gemeinwohl
Das Heft kann man für 3,50 + Versand hier bestellen.
Deutsch Europa Gemeingüter Gesellschaft Internet Natur Organisationen Soziales Wissen und Kultur: Mundraub vivir_bien
by Silke Helfrich
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Mapping the Commons: von Mundraub und Solidarischer Ökonomie
Vivir bien hat KriSU Gruppe aus Österreich diese Plattform genannt. Es geht also ums gute Leben. Im Wiki (Prototyp) werden “Initiativen und Strukturen, die abseits kapitalistischer Gewinnlogik existieren.” erfasst. “Aktivitäten mit verschiedenen theoretischen Hintergründen und Labels bekommen hier eine Plattform.”
Das Ziel ist “eine Vernetzung solcher Ressourcen für nicht-kapitalistische Lebens- und Produktionsweisen. Dies ist für eine Alternative zum Kapitalismus nötig.”, so die Macher.
Solche Mapping-Projekte haben Konjunktur. Ein schönes Beispiel dafür ist die Mundraub – Plattform. Da haben sich ein paar Studenten gefragt, wie man eigentlich dafür sorgen kann, dass das Obst der Allmende nicht immer am Baum vergammelt und nun hat sie nicht nur die Mappingdynamik, sondern auch das publizistische Interesse eingeholt.
Und das ist die Philosophie dahinter:
“Wahre Mundräuber…
1. gehen behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um
2. lassen beim leisesten Zweifel über die Freigabe eines Baumes die Finger von den Früchtchen,
3. und haben Freude daran, dem fruchtigen Ort etwas zurückzuschenken – sei es einfach durch ein gutes Gespräch rund um kostbares Obst, einen Besuch im nahegelegenen Hofladen oder Café oder sogar durch ein Engagement bei der Pflege von Obstbäumen.
Zur Nachahmung empfohlen.
Deutsch Gemeingüter Gesellschaft International Praxis Presse Soziales: Transition Town
by Silke Helfrich
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Transition Towns in Deutschland
Gestern schrieb mir ein Kollege, der an der Umwelttagung des Aspen Instituts teilgenommen hatte, dass die Umweltelite der USA bis zu dieser Konferenz noch nichts (!) von den Transition Towns gehört hatte. Ähnlich erging es mir bei einer Fachtagung über Landwirtschaft vergangene Woche. Ich kam mit dem Eindruck zurück, die entwicklungspolitische Elite unseres Landes schaut kaum darauf, dass Landwirtschaft in der Welt mehr ist als Markt und Staat. “There is a total disconnect”, resümiert der Kollege.
Da ist die Mitteldeutsche Zeitung schon weiter. Hier berichtet Günter Kowa über die Transition Towns in Deutschland. Dabei nimmt er uns mit ins Jahr 2015, für das er sich allein 50 Transition Town Initiativen in Sachsen-Anhalt vorstellt. Transition wohin? In ein Leben ohne Erdöl in den Städten der Moderne!
Das ist nicht nur Zukunftsmusik, sondern ein Stück gelebte Realität. Die Transition Town Bewegung ist noch sehr jung noch, aber sehr dynamisch. In Deutschland verzeichnet die Wikipedia 6 Initiativen. In England, von dort, genauer von Totnes, geht die Bewegung aus, sind es ein paar mehr. 170, schreibt die Mitteldeutsche Zeitung. Lesenswert das Blog von Transition Town Gründer Rob Hopkins (dem Daueroptimisten).
“Die Dynamik der Bewegung erklärt sich aus dem Zweifel, dass von Regierungen keine Lösungen drängender Zukunftsfragen zu erwarten sind. “Man muss wieder auf ‘die lokale Gemeinschaft vertrauen’, sagt Vordenker Hopkins. Erst recht, so scheint es, im Kontext der schrumpfenden Städte und Regionen, für die die kreative Energie ihrer Bürger vielleicht die letzte Rettung ist.”
Kowa stellt die bottom-up Bewegung für den Übergang in ein Postfossiles Zeitalter der top-down Vorstellung von Partizipation und dem von der Verwaltung “professionell gecoachtem Bürger” gegenüber, so wie sie sich in der derzeit laufenden Internationalen Bauausstellung (IBA) manifestiert. Gelungenes Stück!
Deutsch Englisch Gemeingüter International Internet Organisationen Wirtschaft: GLS Treuhand
by Silke Helfrich
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GLS Treuhand: Gemeingüter – Zukunft, die wir wollen
Die GLS Treuhand, Motto:
“Die Angst vor einer Zukunft, die wir fürchten, können wir nur überwinden durch Bilder von einer Zukunft, die wir wollen” (Willhelm Ernst Barkhoff),
bringt auf ihrer Website eine kleine Einführung in die Diskussion um Gemeingüter:
“Egal ob in der Politik, der Wissenschaft oder der Gesellschaft: Die Idee der Gemeingüter wird immer mehr diskutiert. Und das aus gutem Grund.
Es werden skizziert:
Mit ihren Zukunftstiftungen engagiert sich die Treuhand weltweit dafür dass die Menschen das Leben in die eigene Hand nehmen und über Ressourcen in ihrem Langfristinteresse verfügen.
Auch die GLS Bank hat sich dem Thema schon gewidmet. Siehe dazu: “Gemeingüter brauchen Kredite und Kredite brauchen Vertrauen” und auf der Sommerakademie des Instituts for Social Banking wurde das Thema mit 60 social bankern aus aller Welt besprochen. (siehe dieser Bericht von der Sommerschule).
Englisch Gemeingüter Gesellschaft International Nordamerika Presse Publikationen Wissen und Kultur: Lewis Hyde
by Silke Helfrich
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Lewis Hyde: Common as air
In der New York Times rezensiert Robert Darnton Lewis Hydes jüngstes Buch “Gemein wie die Luft – Revolution, Kunst und Eigentum”.
“The history that Hyde invokes goes back to the Middle Ages, when villagers enjoyed collective rights to common lands, but for the most part it is situated in the era of the founding fathers. Hyde invokes the founders in order to warn us against a new enclosure movement, one that would fence off large sectors of the public domain — in science, the arts, literature, and the entire world of knowledge — in order to exploit monopolies.
He cites plenty of examples from Hollywood, the pharmaceutical industry, agribusiness, and the swarm of lobbyists who transform public knowledge into private preserves by manipulating laws for the protection of intellectual property. Then he draws on Franklin, Adams, Jefferson and Madison for arguments against such privatization.”
Für jene, die James Boyle’s, David Bollier’s oder Lawrence Lessig’s Arbeiten kennen, oder die sich mit den jüngsten Entwicklungen im Bereich Genmanipulation auseinandersetzen, gibt es vielleicht nicht viel Neues, aber es wird neu erzählt. Nicht von Wissensschaftlern oder Juristen, sondern von einem Erzähler. Hydes Buch ist auch ein starkes Plädoyer für all die Projekte und Initiativen, die sich für die Wissensallmende und Freie Kultur einsetzen.
Hyde beschreibt die Motivationen von Geistesgrößen der Vergangenheit und Gegenwart zur kulturellen Allmende beizutragen als das, was es ist: Als Haltung.
Bleibt zu hoffen, dass das Buch bald übersetzt wird. Hydes Werk “Die Gabe – Wie Kreativität die Welt bereichert” hat der Fischer Verlag 17 Jahre nach Erscheinen des Originals (!) herausgegeben. Vielleicht geht es dieses Mal schneller, denn das Beste an Hyde ist:
“He builds his argument by telling stories, and he tells them well.”
